Hörminderungen ernst nehmen

Hörminderungen ernst nehmen

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Hörminderungen ernst nehmen

Foto: Pixabay

Endlich wieder verständlich: Gespräche ohne Nachfragen, gemeinsame Hörerlebnisse, entspannender Musikgenuss, offene Ohren für Zwischentöne ... das sind nur einige der Vorteile, die zufriedene Nutzer an ihren Hörgeräten schätzen und hervorheben.

Die hohe Beratungsqualität und die ausgereiften Technologien in der Hörakustik tragen maßgeblich dazu bei, dass Hörsysteme inzwischen eine wichtige Rolle im Alltag hörgeminderter Menschen übernehmen und die Teilnahme an vielen Alltagssituationen nachhaltig sichern. Nicht nur die zwischenmenschliche Kommunikation, sondern auch die Beziehungen von Paaren und sich nahestehenden Personen leiden unter Hörminderungen. Viele Studien haben inzwischen bewiesen, dass unbehandelte Schwerhörigkeit unsere Kontakte in Familie und Freundeskreis negativ beeinflusst.

Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht

Wie also mit Hörminderungen umgehen? Während gelegentliche Kommunikationsstörungen meistens schnell geklärt und nicht weiter beachtet werden müssen, sieht es ganz anders aus, wenn sich die Missverständnisse häufen. Dann beginnen die Mitmenschen ihr eigenes Verhalten und den Umgang mit den Betroffenen an die neue Situation anzupassen. Dazu zählt sehr lautes und deutliches Sprechen, um ständiges Nachfragen zu vermeiden. Vorsorglich wird auf Telefon- oder Türklingeln geachtet und hingewiesen. Radio, Fernsehen und Musik werden aus Solidarität viel lauter eingestellt als nötig.

Die nahestehenden Mitmenschen stellen sich darauf ein, für die schwerhörigen Angehörigen mitzuhören. Das ist gut gemeint, hilft allen Beteiligten aber nicht weiter. Denn die Hörprobleme werden dadurch nicht behoben. Stattdessen gerät das unterstützende Umfeld selbst in stressige Situationen, während für die Betroffenen die Kommunikationshindernisse abgefedert und verharmlost werden. Hierin liegt eine wesentliche Ursache dafür, dass immer noch viele Menschen länger als nötig mit einer Hörgeräteversorgung warten.

Das Problem ansprechen

Angehörige und Freunde sollten vielmehr das Problem sensibel ansprechen und mit Verständnis und Unterstützung zur Problemlösung beitragen. Dabei ist eine unvoreingenommene und offene Gesprächsführung wichtig, bei der Vorwürfe oder Polarisierungen fehl am Platze sind. Denn Hörminderungen sind natürliche Verschleißerscheinungen, die früher oder später jeden Menschen betreffen können. Der einzige Fehler besteht darin, nichts dagegen zu unternehmen.

Sich gemeinsam um das bestmögliche Hörerlebnis kümmern

Einen Hörtest bei einem Hörakustiker zu einer gemeinsamen Sache zu machen, hat dabei nur Vorteile. Bei allen Gesprächen und Fragen, die sich beim Hörakustiker ergeben, können Angehörige, Partner und Freunde auch mit ihren eigenen Erfahrungen unterstützend zur Seite stehen und vielleicht sogar zusätzliche konstruktive Hinweise für die Anpassung an den Hörakustiker weitergeben. Auf diese Weise akzeptieren Betroffene ihre neuen Hörsysteme leichter, finden sich schneller damit zurecht und lernen, sie regelmäßig und effektiv zu nutzen. Denn beim guten Hören geht es immer auch um das harmonische Miteinander. Text: FGH