Ein lustiger Brauch

Ein lustiger Brauch

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Eine schöne Sache zur späteren Stunde

Ein lustiger Brauch

Bilder: Pexels

Die Brautentführung ist im deutschen Sprachraum und folglich in unseren Breiten sehr verbreitet. Dessen ungeachtet muss dieser Brauch sehr gut vorbereitet sein.

Als Allererstes muss man in Erfahrung bringen, ob das Brautpaar mit dem Stehlen der Braut einverstanden ist. Wenn die schöne Braut entführt werden darf, wissen alle, wo sie sich befindet. Nur nicht der Bräutigam: Er muss sich auf die Suche nach seiner Liebsten begeben. Die Entführer sollen es aber nicht zu lange machen und nicht auf die Spitze treiben, denn die Braut will ja ihre Zeit mit ihrem Liebsten verbringen. Gut ist es, wenn die Zeugen in die Entführung und ihren Ablauf eingeweiht werden. Auf diese Weise können sie den Bräutigam bei der Suche nach der Braut kräftig und nach bestem Wissen und Gewissen unterstützen. 

Wurde die Braut gefunden und von den Entführern "befreit", muss die Zeche gezahlt, ausgelöst oder ein Lied gesungen werden. In einigen Familien kommt es vor, dass der Brautführer mit der Suche der Braut beauftragt wird. Da diese mit ihren Entführern in nahegelegenen Cafés, Kneipen oder Gaststätten ihr Unwesen treibt, muss dieser zur Begleichung der getrunkenen Getränke von Braut und Entführern schon einmal tiefer in die Tasche greifen. Die Brautentführung darf nicht länger als eineinhalb bis zwei Stunden dauern, weil sonst Langeweile aufkommen. Kurios ist es auf alle Fälle, wenn die weiblichen Hochzeitsgäste den Bräutigam „stehlen". Mit dieser etwas anderen Form des „Diebstahls" rechnet die Braut wohl am allerwenigsten. Eine Alternative zur Brautentführung ist die Schuhentführung. Ein Schuh der Braut wird entwendet, der Bräutigam muss ihn suchen und auslösen. Wenn er ihn gefunden hat, steht einem Fortgang der schönen Feier nichts im Wege. Text: Ips/AR.