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Plattformökonomie und Speditionen der Zukunft

Hybride Speditionen bleiben am Markt erfolgreich

Bilder: Scania CV AB (2), Daimler AG (2)

Digitale Plattformen fördern die Markttransparenz und können zur Effizienzsteigerung logistischer Prozesse auf ausgewählten Teilmärkten der Logistik beitragen. Den gesamten Logistikmarkt beherrschen werden sie hingegen nicht. Zu diesem Ergebnis kam das Expertenpanel des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik.

Für den Erfolg von Plattformen sind neben einem hohen Sendungs- und Ladungsaufkommen einheitliche Datenformate, Standards und industrialisierte Abläufe grundlegende Voraussetzung. Diese einseitig auf Logistikmärkten gegenüber der verladenden Wirtschaft aus Industrie und Handel durchzusetzen, wird auch schnell wachsenden und finanzstarken digitalen Speditionen nicht gelingen.

Geis Eurocargo GmbH

Zu sehr ist der Markt geprägt von einer Vielzahl von Logistikdienstleistern, die ihren heterogenen Kundengruppen individuelle Lösungen anbieten. Für die Etablierung monopolartiger Strukturen ist der Transportmarkt viel zu fragmentiert, so das Ergebnis.

Speditionen setzen auf Erfahrung, die Technologie nicht abbilden kann. Jedoch sind Plattformbetreiber auf dieses Wissen angewiesen.

Die Stärken etablierter Speditionen bleiben Erfahrungen im Supply Chain (Event) Management – also Flexibilität und Wissen, das Technologie alleine nicht abbilden kann und auf das auch Plattformbetreiber zukünftig angewiesen sein werden.

Die Speditionswelt der Zukunft wird kein entweder oder, sondern eine Kombination beider Welten sein. Etablierte Speditionen und digitale Marktbegleiter können voneinander lernen. Obsolet werden Speditionen in Zukunft aber nicht. Vielmehr können sie ihre Geschäftsmodelle durch Plattformlösungen um zusätzliche Serviceangebote erweitern.

Entwicklung von reinen Softwareanwendern zu Logistikdienstleistern mit digitaler Abwicklung

„Digitalisierung spielt in der Logistik eine entscheidende und marktrelevante Rolle – sie wächst evolutionär und beinah geräuschlos. Etablierte Speditionen entwickeln sich zunehmend von reinen Softwareanwendern für die Disposition und Tourenplanung hin zu Logistikdienstleistern mit weitgehend digitaler Abwicklung der meisten Geschäftstransaktionen“, beschreibt DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster die momentane Lage. Und weiter: „Der Digitalisierungsgrad der Logistikbranche ist bereits hoch und wächst weiter. Marktfähig bleiben vor allem die Speditionshäuser, die Marktkenntnisse, Fach-Knowhow und individuelle Kundennähe mit digitalem Leistungsvermögen verknüpfen können – also Hybride. Demgegenüber werden rein digitale Speditionen und Plattformen ihre Stärken vor allem in standardisierten und automatisierten Transportprozessen, wie zum Beispiel in FCL-Märkten mit Ladungsverkehren, entfalten und hier Marktanteile gewinnen.“

Hier entsteht allerdings auch der größte Druck auf die klassische Speditions- und Transportwelt. Die Kapitalstärke neuer Marktakteure in Verbindung mit automatisierten Dispositionsprozessen verändert nicht nur die Frachtraten, sondern auch das Margengefüge.

Der Weg zu plattformübergreifenden „Freight Eco Systems“ ist noch weit

Der Weg zu plattformübergreifenden „Freight Eco Systems“, die durch Datensammlungen gesamtwirtschaftliche Lösungen wie die Vermeidung von Leerfahrten und CO2-Emissionen auf europäischer Ebene beitragen könnten, ist nach allgemeiner Einschätzung noch weit.

Das fehlende Vertrauen in den Schutz eigener Firmen- und Kundendaten steht der Interoperabilität von Plattformen spürbar entgegen. Zusätzlich bleiben fehlende Standards und die Heterogenität logistischer Prozesse Hindernisse. Text: Bundesverband Spedition und Logistik e. V. (DSLV)/co