Tipps rund um die Reiseapotheke

Tipps rund um die Reiseapotheke

Anzeige

Welche Medikamente gehören mit ins Gepäck?

Tipps rund um die Reiseapotheke

Fotos: ABDA

Die ideale Zusammensetzung einer Reiseapotheke hängt von der Art der Reise, dem Reiseziel und der medizinischen Versorgung im Urlaubsland ab. Bei einem Familienurlaub an der Ostsee braucht man eine andere Reiseapotheke als für eine Trekkingtour durch Ostasien oder einen Tauchurlaub am Roten Meer.

Das Apothekenteam hilft jedem Patienten bei der Zusammenstellung einer individuell passenden Reiseapotheke. Die Mitnahme eines Antibiotikums (rezeptpflichtig) kann sinnvoll sein, darüber sollten Reisende mit ihrem Arzt sprechen. Bei dauerhaft benötigten Medikamenten sollte als Sicherheitsreserve etwa ein Drittel mehr mitgenommen werden als voraussichtlich benötigt. Dann ist der Reisende auch bei Verzögerungen auf der Heimreise ausreichend versorgt. Grundsätzlich sollte man in Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung damit rechnen, dass es im Notfall vor Ort keine Apotheke gibt oder diese nicht erreichbar ist. Hinzu kommt, dass je nach Reiseland Medikamente nicht zuverlässig verfügbar oder gefälscht sind. Empfohlen wird daher, eine angemessen ausgestattete Reiseapotheke aus Deutschland mitzunehmen.

Wie sollte man die Reiseapotheke transportieren und lagern?

Die Reiseapotheke gehört grundsätzlich (zumindest teilweise) ins Handgepäck, denn Koffer können verloren gehen. Auf Umkartons kann man bei vielen Medikamenten aus Platzgründen verzichten, aber die Beipackzettel sollte man immer mitnehmen. Bei Tagestouren sollte man immer eine kleine Grundausstattung (z.B. Medikamente gegen Schmerzen und Durchfall, Desinfektionsmittel und Verbandmaterial) bei sich haben. Weitere Medikamente können ggf. im Hotelzimmer bleiben.

Telefonnummerdes Arztes und der Apotheke mitnehmen

Wer dauerhaft Medikamente benötigt, sollte in den Reiseunterlagen die Telefonnummern seines Arztes und seiner Apotheke mitnehmen. Der Apothekerin oder der Apotheker in Deutschland kann Reisende im Notfall, darüber informieren, wie sie möglicherweise Ersatz für ihre Dauermedikamente bekommen. Eine Liste mit den internationalen Wirkstoffnamen im Reisegepäck hilft dabei, im Ausland ein vergleichbares Präparat zu finden. 

Bei Fernreisen sollte die Zeitverschiebung beachtet werden, zum Beispiel bei einigen Antibabypillen.

Darreichungsformen an Klima anpassen

Kleine Kinder bekommen Medikamente in Deutschland oft als Zäpfchen. Bei Reisen in südliche Länder oder wenn ein Auto lange in der Sonne steht, können Zäpfchen schmelzen. Der kann andere Darreichungsformen wie Tropfen oder Säfte empfehlen. Andere Medikamente wie zum Beispiel Insuline sollten auch auf Reisen in einer Kühltasche transportiert werden, dürfen aber nicht durch zu engen Kontakt mit einem Kühlelement einfrieren. Kälteempfindliche Medikamente sollten bei Flugreisen nicht im Koffer transportiert werden.

Sicherheits- und Zollkontrollen

Eine uneingeschränkte Medikamenteneinfuhr ist nicht überall gestattet. Wer starke Schmerzmittel oder andere Betäubungsmittel ins Ausland mitnehmen muss, sollte sich von seinem Arzt eine Bescheinigung ausstellen lassen. Für Reisen in Länder des Schengener Abkommens ist ein Formular verfügbar unter: http://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Betaeubungsmittel/Reisen/_node.html

Bei Reisen in andere Länder sollten sich Reisende bei der Botschaft des jeweiligen Landes nach den gültigen Vorschriften erkundigen. Bei Flugreisen dürfen Medikamente im Handgepäck mitgenommen werden. Probleme kann es bei Injektionsbestecken geben, etwa für Diabetiker. Vorsichtshalber sollten sich Flugreisende bei ihrer Fluggesellschaft informieren. 

Durchfall ist Reisekrankheit Nummer eins

Durchfall ist eine der häufigsten Reiseerkrankungen. Wenn der Durchfall nach zwei bis drei Tagen nicht verschwunden ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auslöser sind oft schlechte hygienische Verhältnisse, durch die durchfall-auslösende Mikroorganismen übertragen werden. Als Faustregel sollten alle Lebensmittel gemieden werden, die nicht gekocht oder geschält sind („Cook it, peel it or forget it“). Eiswürfel werden meist aus Leitungswasser hergestellt und sollten ebenso wie Speiseeis vermieden werden. Zusätzlich sollten sich Reisende nach dem Toilettenbesuch und vor dem Essen die Hände mit Seife waschen oder mit Desinfektionsgel abreiben. Gegen Durchfall helfen verschiedene Medikamente. Zusätzlich kann der Verlust vonMineralstoffen durch Elektrolytlösungen ausgeglichenwerden. Dies ist besonderswichtig, wenn ein Kind oderein älterer Mensch an Durchfall erkrankt.

Reichlich Sonnenschutzmittel mitnehmen

Werden Sonnenschutzmittel zu sparsam aufgetragen, schützen sie die Haut nicht wie vorgesehen. Wie viel Sonnenschutzmittel nötig ist, hängt vom individuellen Hauttyp und der Sonneneinstrahlung im Urlaubsland ab. Auch eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille sind hilfreich. Insektenschutzmittel sollten etwa eine halbe Stunde nach dem Sonnenschutzmittel aufgetragen werden. Text: ABDA