„Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt…“ Dieses Kinderlied, mit dem früher freudig der Frühling begrüßt wurde, ist nach wie vor bekannt.
Es ist auch heute noch fröhlicher Anlass, das frische Grün und die aufgehende Saat sprießen zu sehen. Augenfällig wird diese positive Stimmung auch, wenn auf der Weide junge Lämmer hüpfen und springen und sich des Lebens erfreuen.
Wie vieles auf den Höfen hat sich auch das Geschehen auf den Feldern verändert. „Werden die Kämme hell, greif zur Schleppe schnell“ hieß es und als Erstes wurde die Sommergerste gesät. Auf fast 13 Prozent wuchs vor 45 Jahren dann der Rohstoff für das Bier heran. Jetzt wächst in Mittelfranken Sommergerste nur noch auf jeden zehnten Acker.
Noch stärker war der Rückgang im Kartoffelanbau von 13.173 Hektar im Jahr 1980 auf jetzt nur noch gut 1100 Hektar. Gar einen Absturz auf null erlebte der Futterrübenanbau, der für die Kühe ein beliebtes Saftfutter im Winter lieferte. Dem steht eine enorme Zunahme bei Silomais von 37.873 Hektar auf jetzt über 62.114 Hektar gegenüber. Sprunghaft stieg der Anbau von Erbsen und Ackerbohnen als Eiweißfutter von 207 auf nun 2250 Hektar. Völlig neu im Landschaftsbild finden sich nun Sonnenblumen mit 60 Hektar, die vor vier Jahrzehnten noch nicht auftauchten.
Der Witterungsverlauf der letzten Monate zeigt nach Angaben von Reinhold Weber, Pflanzenbauberater am AELF in Uffenheim gegenüber dem langjährigen Mittel keine besonderen Ausnahmen. Die stärksten Nachtfröste lagen meist nur im einstelligen Minus-Bereich und die Niederschläge waren auch von keinem außergewöhnlichen Ausmaß, so dass die Kulturen weithin gut durch den Winter gekommen sind.
Somit kann bei den meisten Herbstsaaten eine normal bis leicht verzögerte Entwicklung festgestellt werden. Sehr spät gesäte Wintergetreidebestände kommen auf Grund der häufigen Frostnächte und der bisher noch fehlenden Vegetationstage relativ schwach entwickelt aus dem Winter. Nur vereinzelt müssen Schläge nachgesät, oder sogar umgebrochen und neu bestellt werden. Die Rapsbestände sind meist einigermaßen gut entwickelt.
Wegen der bisher nicht länger anhaltenden warmen Witterung und den doch häufig vorkommenden Nachtfrösten konnte die Bodentemperatur kaum über 1–5 °C ansteigen. Dies hatte zur Folge, dass die Frühjahrsentwicklung der Kulturpflanzen aktuell immer noch deutlich eingebremst wurde.
Die in den letzten Wochen recht ausgeprägten Frostgare an der Bodenoberfläche und die verhältnismäßig geringen Niederschlagsmengen ermöglichen derzeit ein gutes Befahren der Flächen und eine hervorragende Frühjahrsbestellung, so wie recht gut durchführbare Pflegearbeiten. Fritz Arnold